DFI Veranstaltung: Zeitwende Digitalisierung – Aus Chancen Erfolge machen

Deutsches Franchise Institut (DFI) – Jubiläumsveranstaltung

BONN- Am 17.02 tagte die Franchise-Geber Community in Rahmen der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des DFI im Hilton Hotel zusammen. Schwerpunkte der Tagung waren Strategien, Lösungen und Handlungsansätze für Franchisesysteme, mithilfe neuer Technologien aufgrund des neuen Zeitalters Digitalisierung. Zudem wurde diskutiert wie sich der digitale Wandel in der Zukunft auf Franchisesysteme auswirkt und auswirken kann. Franchise-Geber waren aktiv angehalten die Entwicklung der Digitalisierung als Chance für ihr System und ihre Franchise-Nehmer anzusehen.

Nach der Begrüßung des Präsidenten des Deutschen Franchise Verband (DFV) Dr. h.c. Dieter Fröhlich fing die Veranstaltung mit Dr. Boris Hedde Geschäftsführer vom Institut für Handelsforschung (IFH), an. In seinem Vortrag beschrieb Dr. Hedde die Auswirkungen des digitalen Wandels auf Franchisesysteme bezüglich Branchen, Kundenverhalten und regionale Unterschiede.

Da Digitalisierung Kernpunkt der Tagung war, war es unabdingbar, dass ein Google Vertreter teilnahm. Adrian Blockus (Google Manager) erläuterte wie online Marketing für Franchisesysteme vor allem für Franchise-Geber richtig anwendbar ist. Systeme müssen sich an den Wandel anpassen um aktiv auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Zurzeit zeigt Google 61 Mio. Internetnutzer auf, das sind 75% der deutschen Bevölkerung. Davon sind 53,2% jeden Tag online. Eine Philosophie die Google lebt, sollten sich auch Franchisesysteme aneignen: Wir gehen nicht online. Wir leben online. Systeme die erfolgreich in der Zukunft sein wollen, müssen aktiv online Marketing bzw. lokale Strategien betreiben. Google bietet dazu speziell Franchisesystemen eine Kollaboration an.

E-Commerce bedeutet eine große Chance für Franchisesysteme. Thomas Quibeldey, Leiter IT-Services bei BabyOne GmbH sprach von der „Chance Internet“. Plattformen wie z.B. kaufda.de sind optimale Erfolgsfaktoren. Die Homepage sollte zudem so angepasst werden, dass Smartphone-Nutzer beim Aufrufen der Homepage keine Desktop Version angezeigt bekommen, sondern die mobile Ansicht.

Um das Thema Big Data gab es viele Anmerkungen. Der Rechtsanwalt Dr. Hermann Lindhorst spricht von einem nicht zeitgerechten Bundesdatenschutzgesetz („übertriebene Bürokratie“). Jeder Franchisegeber und Franchisenehmer (FN nicht in allen Fällen) braucht einen Datenschutzbeauftragten. Der Rechtsanwalt empfiehlt in allen Rechtsfragen bezüglich digitaler Trends einen Spezialisten zu beauftragen. Ferner sollte die Franchise-Geber Marke nie als Domain der Franchise-Nehmer verwendet werden. Zuletzt rät Dr. Lindhorst, dass das interne Netz der Franchise-Nehmer immer respektiert werden muss.

Die Kommunikation kann in einer digitalisierten Welt anhand technischer Mittel viel effizienter gestaltet werden. Sebastian Grote, Geschäftsführer von Gecco Media bietet seinen Franchise-Nehmern eine Austauschplattform im Intranet an. Auf dieser Plattform können sich die Franchise-Nehmer öffentlich über verschiedene Themen austauschen. Auf dieser Art und Weise digitalisiert man den Prozess der Kommunikation unter den Franchise-Nehmern. Vorteil: Der Franchise-Geber liest mit und kann je nach Bedarf strategische Entscheidungen fällen.

Strategien neu zu überlegen, kann sinnvoll sein. Der deutsche Vapiano Geschäftsführer Florian Schneider brachte dazu ein gutes Beispiel. Die Unternehmenphilosophie war, dass Menschen miteinander kommunizierend an den Tischen zusammen gebracht werden sollen(…) ohne Internetnutzung. Das funktioniert heutzutage nicht mehr so einfach. Aufgrund der Zeitwende Digitalisierung ist das free Wi-Fi Angebot für die Kunden für jedes Franchisesystem einfach unentbehrlich. Das WLAN Angebot wird demnächst zur ganz normalen Betriebs- und Geschäftsausstattung gehören. Vapiano ist mittlerweile dabei Kundenbestellungen per Smartphone anzunehmen und nach Hause zu liefern.

Der letzte Vortrag befasste sich mit dem Ausblick auf die richtige Strategie für Trends in der Zukunft. Die Leiterin Research und Consulting (IFH) Dr. Eva Stüber verdeutlichte wie wichtig es ist den „Focus on the Customer“ zu legen. Der Kunde rückt heutzutage immer mehr im wirtschaftlichen Interesse der Unternehmen. Onlinehändlerpioniere wie Amazon wollen alle Produkte auf der ganzen Welt online verfügbar machen. Es werden immer mehr kundenfokussierte Geschäftsmodelle entwickelt, weil der Kunde im digitalen Zeitalter immer und überall online ist. Frau Stüber beendet ihren Vortrag mit dem Satz, an das sich jedes (Franchise-) Unternehmen orientieren muss um erfolgreich zu sein: Um sich durch den Wettbewerb durchzusetzen ist eine klare Positionierung und Abgrenzung wichtig.

DFI Veranstaltung: Zeitwende Digitalisierung - Aus Chancen Erfolge machen

Fazit:

Die Zeiten werden sich auf digitaler Ebene schnell ändern. Der technische Fortschritt ist rasend. Franchisesystem müssen Strategien und Lösungen finden um in der Zukunft nicht aufgrund schlechter Vorbereitungen zu scheitern. Digitalisierte Prozesse sind ein must have für Franchisesysteme. Die Systeme müssen jetzt die Chance greifen um in Zukunft teil an der Zeitwende Digitalisierung zu nehmen.

Workshop „Dokumentation des Know-how in Franchise-Systemen“ mit Franchise Expertin Mag. Waltraud Martius

Teil zwei der Trilogie

Der neue Jahrgang am Franchise Campus durfte zum zweiten Mal die renommierte Franchise Beraterin Frau Waltraud Martius zum Workshop für Know-how-Dokumentation begrüßen. Schwerpunkt der Veranstaltung war die Erstellung und Anwendung von Franchise-Handbüchern und Extranets als Basisinstrument in Franchise-Systemen.

Der Workshop begann mit einer umfangreichen Präsentation zur Know-how-Dokumentation. Im Anschluss arbeiteten die Studierenden in ihren jeweiligen Gruppen zur Erstellung eines Franchise-Systems. Aufgabenstellung war die Gliederung des Handbuches basierend auf das Franchise-Paket, das im ersten Workshop von den Gruppen in Zusammenarbeit mit Fr. Martius erstellt wurde.

Frau Martius erläuterte im Laufe der Präsentation die Notwendigkeit eines Handbuches. Es dient nicht nur als unverzichtbares Werkzeug, sondern auch als ein Indikator für die Seriosität eines Franchise-Systems.

In der Ausgangssituation eines jeden Franchisesystems muss der Zusammenhang zwischen Franchise-Vertrag und Handbuch klar definiert werden. Franchise-Handbücher sind eine praxisorientierte Darstellung der Rechte und Pflichten als Anwendungs-Know-how zur systemgerechten Umsetzung des Konzeptes und des Betriebstyps durch den Franchise-Nehmer. Franchise-Verträge sind dagegen die juristische Formulierung der Rechte und Pflichten von Franchise-Geber und Franchise-Nehmer. Die Franchise-Beraterin empfiehlt den Vertag immer einfach und übersichtlich zu gestalten. Das Handbuch sollte im Gegensatz zum Vertrag umfangreich, detailliert und mit einem Änderungsvorbehalt vorgesehen werden.  Jedes Franchise-System sollte seine Know-how Merkmale so schützen, sodass sie

·        geheim:                              (Know-how ist nicht der Allgemeinheit bekannt),

·         wesentlich:                       (Unerlässlichkeit des Know-how für den Franchisenehmer)

·         und identifiziert:             (Überprüfung des Know-how anhand der ersten beiden Punkte)

sind.

Das Vorwort kann in der direkten Ansprache formuliert sein, da dies auf dem Franchise-Nehmer persönlicher wirkt und dadurch auch eine Bindung zum System entsteht. Im weiteren Verlauf des Handbuches ist jedoch die Ansprache in der dritten Person abgebracht. Direkte-, indirekte Ansprachen und charakterähnliche Anweisungen sollten dort vermieden werden.

Formale Aspekte wie z.B. das Layout des Extranets, Inhalt des Handbuches oder das Corporate Wording müssen stets einheitlich geführt werden. Ein Übergabeblatt und Deckblatt für das Handbuch geben dem Franchise-Nehmer bei der Überreichung zusätzliches Vertrauen.

Dokumentation des Know-how in Franchise-Systemen

Der Franchise Campus freut sich im Sommer zum Abschluss der Trilogie Frau Waltraud Martius wieder zu empfangen.